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Der Sonderdruck der Arbeitsgruppe Grenze über das Herbsttreffen 2009 in Petershagen am 24.10.2009 ist hier - Herbsttreffen 2009 - (bitte anklicken) schneller zu finden.







Werte Damen und Herren

Als eine interessierter Leser Ihrer Zeitung bitte ich Sie, folgende Gegendarstellung zum Artikel "Krenz -Erfahrungen in der Sporthalle" am 25.10.09 auf S.4+5 im Kurier veröffentlicht, zu drucken.

Gegendarstellung:

Werter Herr "Scha"
Als ein Teilnehmer dieser Veranstaltung möchte ich hier feststellen, dass mich sowohl Ihre Schilderungen des Ablaufes, als auch Ihre Wertung entsetzt und empört.
Für mich, der lange vor der Wende aus den Sicherheitsorganen ausgeschieden ist, waren die Darstellungen und Äußerungen von Egon Krenz sehr informativ und wurden in sachlich Art und Weise vorgetragen, bei dem kein Anwesender Anlass zu "Tobungsausbrüchen" hatte, aber es gab Beifall - völlig normal bei Zustimmungen zu einer Rede.
Besonders seine Darstellungen zu Aktivitäten und Handlungen gemeinsam mit der Armeeführung zur Vermeidung eines Blutbades, in den angespannten Situationen in Leipzig und bei der Grenzöffnung waren sehr aufschlussreich und zeigten, dass von allen Einsatzkräften Menschen mögliches getan wurde um ein solches zu verhindern.
Ein unmittelbar an der Grenze am Brandenburger Tor, eingesetzter Grenzoffizier untermauerte diese Aussagen mir gegenüber, das er selber den damals dort eingesetzten Sicherungskräften, Weisungsgemäß die Bewaffnung abnehmen musste. Wo gab es so etwas je in der Geschichte Deutschlands, das man im Interesse des Schutzes von Demonstranten, die Eigensicherung der Einsatzkräfte, durch deren Entwaffnung vermindert hat.
Deren Anwendung, war bis dahin sowieso nur zur Abwendung der Gefahr fürs eigene Leben angewiesen worden.
Zu den Darstellungen des Bürgermeisters von Petershagen auf der Veranstaltung, kann ich nur sagen, dass man ihm das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung auf dieser Veranstaltung gewährt hat. Er wollte den Veranstaltern, bereits im Vorfeld die Nutzung der Sporthalle verwehren. Er erntete dafür, bei seiner allen Anwesenden tief beleidigenden Rede, lediglich einzelne Pfiffe und durfte seine Ausführungen zu Ende führen - welch Toleranz von dem Auditorium eines "gespenstischen Treffen"(Zitat SCHA). Zur sachlichen Wertung der damaligen Ereignisse gehört, dass Alle Einsatz- und Führungskräfte die Lösung, in Form eines "Himmlischen Friedens - ala China", nicht zugelassen haben.
Das ist eine wahre historische Leistung deutscher Sicherheitskräfte, in diesen komplizierten und konfrontationsreichen Tagen. Das sollte man dann auch so nennen und aufzeigen dürfen. Nicht mehr Tat Egon Krenz.
Mit keiner Silbe wurde behauptet, dass die Sicherungskräfte die eigentlichen "Helden" der Wende gewesen sind. Das ist nach meiner Einschätzung, eine völlig falsche subjektive Wertung und Interpretation durch den Schreiber des Artikels.
Er lässt jedoch in seinem Artikel jeglichen Respekt und Achtung zu dieser historischen Leistung und den agierenden Personen vermissen und stellen Sie sogar in Frage - Schade - denn dies hat auch was mit Toleranz gegenüber Andersdenkenden zu tun.

Mit freundlichen Grüßen Berlin, den 26.10.2009

Wilfried Weidner




Erklärung der GRH

Der Vorstand



Berlin, 15. Oktober 2009


E r k l ä r u n g


Wenn es der Bundespräsident, Herr Horst Köhler, schon für opportun hält, anlässlich des 20. Jahrestages der Montagsdemo in Leipzig vom 9. Oktober 1989 zu sprechen, dann erwartet man vom Staatsoberhaupt, dass er sich darauf gründlich vorbereitet. Dass seine Reden von anderen geschrieben werden, ist selbstverständlich. Doch das entbindet ihn wohl nicht von der Pflicht, die Aussagen nach ihrem Wahrheitsgehalt zu prüfen. Immerhin sollte das Wort des Bundespräsidenten etwas gelten und es ist kaum anzunehmen, dass er nur das nachredet, was man ihm vorgibt! Sonst könnte doch das Volk auf die Idee kommen und denken: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“.

Seit Jahr und Tag werden im Zusammenhang mit der DDR geschichtliche Tatsachen verfälscht, aus dem Zusammenhang gerissen oder Lügen erfunden. Obwohl sich Zeitzeugen immer wieder dagegen wenden und derartige Geschichtslügen als solche entlarven, werden sie seitens der politisch Herrschenden und gleichgeschalteten Medien, von antikommunistischen Historikern und in „Gedenkstätten“ stereotyp wiederholt, um zu kriminalisieren, zu verunglimpfen, zu diskriminieren, zu denunzieren und auszugrenzen.
Dass sich der Bundespräsident vor deren Karren spannt und in Leipzig am 9. Oktober 2009 in aller Öffentlichkeit wider besserem Wissen verkündet: „Vor der Stadt standen Panzer, die Bezirkspolizei hatte Anweisung, auf Befehl ohne Rücksicht zu schießen. Die Herzchirurgen der Karl-Marx-Universität wurden in der Behandlung von Schusswunden unterwiesen, und in der Leipziger Stadthalle wurden Blutplasma und Leichensäcke bereitgelegt“ dann ist das nicht hinnehmbar. Er beleidigt mit dieser sattsam bekannten Lüge nicht nur die Angehörigen der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR, die mit dafür sorgten, dass im Herbst 1989 kein Blut geflossen ist, sondern Millionen Bürger der DDR, die ehrlich und gewissenhaft für ihren sozialistischen Staat auf deutschem Boden gearbeitet haben.

Wir schließen uns den Protesten aus breiten Bevölkerungskreisen an und fordern, dass der Bundespräsident zu seinen falschen Äußerungen persönlich Stellung nimmt, sie als solche dementiert und sich entschuldigt !


Hans Bauer
Rechtsanwalt und Vorsitzender der GRH


Dieter Stiebert




Solidaritätskomitee für die Opfer der politischen Verfolgung in Deutschland


Viele unserer Mitglieder, Fördernden Mitglieder, Sympathisanten und Gleichgesinnte haben Faschismus und Krieg erlebt und nach 1945 in Ost und West dafür gekämpft, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg und Faschismus ausgehen. Vierzig Jahre haben sie als Bürger der DDR einen Staat aufgebaut und geschützt, der gemäß den Traditionen der deut-schen revolutionären Arbeiterbewegung eine friedliche, antifaschistische und soziale Politik betrieb. Ihnen gehört unser Dank, unsere Solidarität und Unterstützung. Seit zwanzig Jahren werden sie von den politisch Herrschenden und gleichgeschalteten Medien, von antikommu-nistischen Historikern und in "Gedenkstätten" kriminalisiert, verunglimpft, diskriminiert, de-nunziert und ausgegrenzt.
Wir engagieren uns im Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden und fordern gemeinsam mit dem Solidaritätskomitee für die Opfer der politischen Verfolgung in Deutschland im Sinne des Grundgesetzes der BRD die sofortige Beendigung der würdelosen Behandlung ganzer Personengruppen sowie die Achtung fundamentaler Bürgerrechte. Wir unterstützen alle Akti-vitäten gegen den Abbau von sozialen und demokratischen Rechten, gegen Menschenrechts-verletzungen infolge der Einheit Deutschlands, Forderungen nach Verbot der NPD sowie zur Beendigung von Kriegseinsätzen.
Die GRH ist offen für alle, die im Sinne unserer Satzung gemeinsam mit uns kämpfen wollen.

Unsere Stärke ist unsere Solidarität!

Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin *
Tel. / Fax (030) 29 78 42 25
E-Mail: verein@grh-ev.org
* Internet: www.grh-ev.org
* www.grenztruppen-der-ddr.org
Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Dienstag & Donnerstag 9.00 - 16.00 Uhr
Spendenkonto: Berliner Volksbank, Kto. Nr.: 57 88 90 00 09, BLZ 100 900 00



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